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Supervision
Meine derzeitige Standortbestimmung von Supervision

Was ist eigentlich Supervision und wem dient sie?

Unter Supervision verstehen ich die begleitende Reflexion von Erfahrungen, Fragestellungen und Konflikten der beruflichen Arbeit.
Durch die Vermittlung eines Supervisors wird ein kreativer Dialog zwischen allen Beteiligten unterstützt, der eine Aktivierung und Nutzung der Ressourcen der Supervisanden (Ratsuchenden)weckt und schließlich Hilfe zur Selbsthilfe ermöglicht. Dies geschieht unter Berücksichtigung der institutionellen Bedingungen der Arbeitssituation der Supervisanden und der Supervision.

Im weiteren möchten wir einige Grundprinzipien systemischer Supervision aufzeigen, die unserem Verständnis einer professionellen Arbeit entsprechen.
  • Rapport bedeutet, dass der Supervisor den Kunden in seinem Bezugsrahmen respektvoll und würdigend begegnet.
    Das bedeutet auch, dass den Supervisanden eine wertschätzende Haltung ihrer Arbeit entgegen gebracht wird.
  • Nutzbar machen heißt, dass der Supervisor ( SV ) versucht die vorhandenen Ressourcen, Fähigkeiten, Erfahrungen, Strukturen und Traditionen der Team - oder Systemmitglieder für die Zusammenarbeit zu achten und zu nutzen..
  • Eigenverantwortlichkeit, der Supervisor achtet die fachliche und persönliche Kompetenz der Supervisanden und ihre Möglichkeiten, Konflikte und Probleme zu bewältigen.
  • Koevolution bedeutet, dass der SV den kommunikativen Prozess, der ein gemeinsames Entwickeln von passenden Strategien für die jeweiligen Fragen ermöglicht, zu fördern.
  • Zielorientierte und lösungsorientierte Arbeit beinhaltet das fortlaufende überprüfen des Lösungsprozesses anhand von Skalen oder Punktwertungen, um festzustellen, ob die Zusammenarbeit aller Beteiligten noch zieldienlich ist.
Dieser Aspekt der ziel- und lösungsorientierten Arbeit wird von uns noch genauer definiert:

Lösungsorientiertes arbeiten ist zumeist zieldienlich und orientiert sich an ganz bestimmten Rahmenbedingungen:

  • sie aktiviert vorhandene Ressourcen
  • sie weckt die kreative Eigendynamik
  • sie gibt Hilfen zur Selbsthilfe
  • sie führt zu neuen Perspektiven und Handlungsweisen
  • sie gibt Raum für autonome Selbstorganisation
  • und sie erhöht die Reflexionsfähigkeit des Systems in Bezug auf sich selbst und seine Umwelten.

Zum besseren Verständnis des Bedingungsgefüges, dem Supervision zumeist unterliegt, benutzen wir folgende Grafik.

Kompetenzerweiterung
Die berufliche Rolle
Berufliche Selbsterfahrung
die Person
Supervision
Arbeitsbedingungen
Die Organisation
Die Institution

Arbeitsinhalte

Die Klienten ( Zielgruppe )

Wir haben beobachtet, daß Supervision sich innerhalb dieses Rahmen in Institutionen bewegt. Im übrigen ist hier noch zu sagen, daß natürlich eine Standortbestimmung eine nützliche Sache sein kann. Sie kann jedoch auch dazu führen, daß etwas sehr einschränkend und suggestiv wird, indem die Komplexität reduziert wird, mit dem Gewinn von Halt und Orientierung. Deshalb verflüssigen wir festgefahrene Muster dort, wo es nötig erscheint und helfen andernorts zu verfestigen, um Halt und Sicherheit zu geben um eine Entscheidung treffen zu können.

Was Supervision alles nicht leisten kann ist u. E. auch wichtig zu wissen.

Supervision ist kein:

  • Ersatz für regelmäßige Teambesprechungen und Mitarbeitermeetings
  • Instrument der Gehirnwäsche und beruflichen Professionalisierung von schlecht ausgebildeten MitarbeiterInnen
  • Ersatz für gutes Management
  • Ersatz und Kompensationsinstrument für Führungsschwächen von Vorgesetzten und strukturellen Leitungsdefiziten
  • Methode, um fragliche Strukturen oder Bedingungen einer Organisation auszugleichen.
  • Allheilmittel für Menschen in helfenden Berufen; ihr Einsatz bedarf zuerst immer einer Standortbestimmung des Betriebes oder der Organisation, um die vorhandenen Bedingungen zu klären.
  • kein Element der Verdachtspsychologie oder je nach Wahl; Mittel zur Soziologisierung oder Politisierung oder Gruppendynamisierung.

Langfristige und dauerhafte Supervision birgt die Gefahren:

  • die jeweiligen Supervisanden zu entmündigen und klein zu machen
  • die Leiter in ihrer Funktion zu entwerten
  • die oft langjährigen Erfahrungen der SD zu entwerten und gering zu schätzen
  • die Fähigkeiten zur autonomen Selbstorganisation zu schwächen und die Kompetenz die normal auftretenden Schwierigkeiten zu meistern zu verlieren..
  • Abhängigkeitsverhältnisse aufzubauen
  • unangemessene organisatorische Strukturen zu stabilisieren und zu chronifizieren, weil der SV kein Unternehmensberater mit diesen Auftragskompetenzen ist.

Vorgehen:

- in Gruppen-Gesprächen mit dem Supervisor die Ursachen kritischer Arbeitssituationen oder Konflikte erkennen und deren Folgen erarbeiten, um
- neue Lösungsmöglichkeiten und Handlungsalternativen zu erschließen

Kontakt/Email